An Update from IST Austria

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Pulling together

A message from Thomas Henzinger, 
President of the Institute of Science and Technology Austria

Dear Friends of IST Austria! 

IST Austria has successfully gone into remote mode, meaning that almost all scientific and administrative staff members have moved to home office, except for a small core team which secures the basic supplies, operations, and facilities on campus. A task force consisting of the management and experts organizes the efforts and ensures that research can continue as best as possible, even over distance. Our professors and students meet, teach, and attend classes online. The many stories I have heard over the past few weeks of IST members pulling together and supporting each other, and others, make me proud of our community.  

This is the hour of the first responders, such as the ambulance drivers, nurses, and doctors. We salute and support them. 

It is also the time of applied and clinical researchers in the fields of virology, immunology, and medicine who are working tirelessly to develop faster tests, better treatments, and in the long run, effective vaccines. 

These achievements rely on the knowledge and the science provided by the network of basic researchers worldwide. IST Austria is a hub in that network: we excel at discovering new insights through basic research, and we will continue to do so. 

Science is the only way to increase our knowledge and truly learn from a crisis like this, to understand its causes, mechanisms, and consequences. In order to avoid or alleviate similar crises in the future, the underlying phenomena have to be examined and understood at every level. This ranges from the level of molecules, cells, and organisms to the sphere of behavioral patterns, social interactions, stochastic processes, and resource optimization. 

IST Austria is a campus where scientists of very diverse domains do frontier research in their respective fields. To give you a few examples: 

In the life sciences Florian Schur studies the molecular interactions between viruses and cells, Michael Sixt and Calin Guet the crosstalk between microbes and the immune system, Sylvia Cremer the responses of insect societies to infectious diseases, and Nick Barton the genetic adaptation of populations to environmental changes.

In the computer and system sciences Christoph Lampert and Matthew Robinson invent new machine learning and statistical approaches to analyze extremely large data sets, Krzysztof Pietrzak new methods in cryptography – the science that underlies all efforts to ensure data privacy – and Krishnendu Chatterjee new algorithms for game theory, which help predict the rules of cooperation, cheating, and defection in societies.

These and many more researchers, also from mathematics, physics, and chemistry, form the fertile ground on which the unexpected can sprout. Complex problems of societal importance, from pandemics to climate change, can be addressed effectively only by a multidisciplinary effort of world-class scientists.  The researchers of IST Austria do so by collaborating across disciplines at the institute, and by contributing to their well-established networks with other leading scientists all over the world.

In parallel, we are sharing our passion for science and our expertise with the general public. We have set up an online PopUp Science lab for children who are now at home from school. A citizen science project about studying human behavior in the face of the current threat is under way. Educating teachers, pupils, and the public about the critical importance of science for society is one of the main missions of IST Austria, and the current crisis provides a vivid lesson: a threat like the corona virus can be fended off only by gaining new knowledge, not withdrawal, by harnessing the expertise of the many, not the few, and by trusting evidence-based analysis, not ignorance.

These are challenging times. We have the privilege to be scientists and the compassion to be helpful. And at the end of the day – no matter how long that day may be – it will be science which will beat the virus.

Stay safe.

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Eine gemeinsame Anstrengung

Eine Nachricht von Thomas Henzinger,
Präsident des Institute of Science and Technology Austria

Liebe Freund*innen des IST Austria!

IST Austria ist erfolgreich in den Remote-Status gewechselt, was bedeutet, dass fast alle wissenschaftlichen und administrativen Mitarbeiter*innen in das Home Office umgezogen sind, mit Ausnahme eines kleinen Kernteams, das auf dem Campus die Anlagen und die Technik betreut. Eine Task Force, bestehend aus Management und Expert*innen, organisiert die Tätigkeiten und stellt sicher, dass die Forschung auch auf Distanz so gut wie möglich fortgesetzt werden kann. Unsere Professor*innen und Student*innen treffen sich online; sie unterrichten und besuchen Kurse online. Die vielen Geschichten, die ich in den letzten Wochen von IST-Mitgliedern gehört habe, die an einem Strang ziehen um einander und andere zu unterstützen, machen mich stolz auf unsere Gemeinschaft.

Dies ist die Stunde der Ersthelfer*innen wie Sanitäter*innen, Krankenschwestern und Ärzt*innen. Wir danken Ihnen von Herzen und unterstützen sie.

Es ist auch die Stunde angewandter und klinischer Forscher*innen in den Bereichen Virologie, Immunologie und Medizin, die unermüdlich daran arbeiten, schnellere Tests, bessere Behandlungen und auf lange Sicht wirksame Impfstoffe zu entwickeln.

Deren Erfolge beruhen auf Erkenntnissen aus den Naturwissenschaften, insbesondere dem Wissen, welches das weltweite Netzwerk von Grundlagenforscher*innen schafft. IST Austria ist ein Knoten in diesem Netzwerk. Neue Erkenntnisse durch Grundlagenforschung zu gewinnen, dabei gehören wir zu den besten und das werden wir auch weiterhin tun.

Die Naturwissenschaften sind der einzige Weg, unser einschlägiges Wissen zu erweitern, und ein wichtiger Weg, aus der Krise zu lernen, indem wir ihre Ursachen, Mechanismen und Folgen zu verstehen versuchen. Um ähnliche Krisen in Zukunft zu vermeiden oder zumindest zu lindern, müssen die zu Grunde liegenden Phänomene auf allen Ebenen untersucht und verstanden werden. Dies reicht von der Ebene der Moleküle, Zellen und Organismen bis hin zur Sphäre individuellen Verhaltens, sozialer Interaktionen, stochastischer Prozesse und mathematischer Ressourcenoptimierung.

IST Austria ist ein Campus, auf dem Wissenschaftler*innen unterschiedlichster Bereiche Forschung an den Grenzen unseres Wissens betreiben. Um Ihnen einige Beispiele zu geben:

In den Biowissenschaften untersucht Florian Schur die molekularen Wechselwirkungen zwischen Viren und Zellen, Michael Sixt und Calin Guet die Interaktion zwischen Mikroben und dem Immunsystem, Sylvia Cremer die Reaktionen von Insektengesellschaften auf Infektionskrankheiten und Nick Barton die genetische Anpassung von Populationen auf Veränderungen in der Umwelt.

In den Computer- und Systemwissenschaften entwickeln Christoph Lampert und Matthew Robinson neue Ansätze im maschinellen Lernen und der Statistik zur Analyse extrem großer Datenmengen, Krzysztof Pietrzak neue Methoden in der Kryptographie – der Wissenschaft, die allen Bemühungen zur Gewährleistung des individuellen Datenschutzes zugrunde liegt – und Krishnendu Chatterjee neue Algorithmen für die Spieltheorie, die dazu beitragen, die Regeln der Zusammenarbeit und des Betrugs in Gesellschaften vorherzusagen.

Diese und viele weitere Forscher*innen, auch aus Mathematik, Physik und Chemie, bilden den fruchtbaren Boden, aus dem das Unerwartete sprießen kann. Die großen Probleme von gesellschaftlicher Bedeutung, von Pandemien bis zum Klimawandel, können nur durch die multidisziplinäre Anstrengung von Weltklasse-Wissenschaftler*innen effektiv angegangen werden. Die Forscher*innen des IST Austria arbeiten disziplinenübergreifend am Institut zusammen und leisten ihren Beitrag zu dicht geknüpften Netzwerken mit anderen führenden Wissenschaftler*innen in der ganzen Welt.

Parallel dazu teilen wir unsere Begeisterung für die Wissenschaft und unser Fachwissen mit der Öffentlichkeit. Wir haben ein Online-PopUp-Wissenschaftslabor für Kinder eingerichtet, die jetzt zu Hause sind. Und wir entwickeln ein Citizen-Science-Projekt zur Untersuchung des menschlichen Verhaltens angesichts der aktuellen Bedrohung. Die Aufklärung von Lehrer*innen, Schüler*innen und der Öffentlichkeit über die herausragende Bedeutung der Naturwissenschaften für unsere Gesellschaft ist eine der Hauptaufgaben des IST Austria, und die aktuelle Situation bietet eine wichtige Lektion: Eine Bedrohung wie das Corona-Virus kann nur dadurch abgewehrt werden, in dem wir neue Erkenntnisse gewinnen, nicht durch Rückzug; durch das Fachwissen der Vielen, nicht einiger Weniger; und durch das Vertrauen auf evidenzbasierte Analysen, nicht auf Unwissen.

Dies sind herausfordernde Zeiten. Wir haben das Privileg, Wissenschaftler*innen zu sein. Und es ist uns ein Anliegen zu helfen. Am Ende des Tages – egal wie lange dieser Tag dauern mag – werden es die Naturwissenschaften sein, die das Virus besiegen.

Passen Sie gut auf sich auf.